Fachvorträge im Plenum

 

Dr. Nagy István

Mitglied des Parlaments, ehrenamtlicher Universitätsdozent

 

 

Geboren am 6. Oktober 1967 in Újfehértó. Er erwarb 1992 an der Pannonischen Universität für Agrarwissenschaften in Mosonmagyaróvár das Diplom als Agraringenieur. Im Jahre 1996 schloss er ein Studium als Ingenieur-Lehrer an der Budapester Technischen Universität an der Fakultät Natur- und Gesellschaftswissenschaften ab. Im Jahre 2007 erwarb er an der Doktorandenschule für Tierwissenschaften „Ujhelyi Imre” der Westungarischen Universität den Grad eines PhD. Mehr als 20 Jahre verbrachte er im Schuldienst. 1993-1994 unterrichtete er als Ingenieur-Lehrer an der Landwirtschaftlichen Oberschule „Veres Péter” die Fächer Tierzuchtlehre und Fütterungslehre bzw. als ernannter Universitätsdozent Schweinezuchtlehre (1994-2000), ab dem Jahre 2000 Hasen- und Pelztierzucht und Bienenzucht. Er war in den Jahren 2010 bis 2014 Bürgermeister von Mosonmagyaróvár. Ab 2013 ist er Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Parlament. Er ist Berufsjäger, mit der Goldenen Ähre ausgezeichneter Imkereiinhaber und Gründungsvorsitzender der Organisation Mosonmagyaróvár der Ungarischen Imkervereinigung. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder.  

 

Thema des Vortrags

Die Entwicklung der Informationstechnologie ist auch bei der Landwirtschaft angekommen. Heute stehen uns schon Methoden zur Verfügung, von denen wir früher nicht einmal geträumt hätten. In unserem Jahrhundert können die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Umweltschutz, die verantwortungsbewusste und nachhaltige Bewirtschaftung, die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums nicht voneinander getrennt werden. Das ist eine zunehmend höher zu bewertende Aufgabe mit Bedeutung für die nationale Sicherheit. Die Nachforschungen zeigen, dass der Bedarf an Lebensmitteln ständig steigt. Im Jahre 2050 hat die globale landwirtschaftliche Produktion voraussichtlich die Ernährung von 9 Milliarden Menschen sicherzustellen. Laut einzelner Prognosen wird bis 2030 nur der globale Fleischverbrauch um 40% ansteigen. Das erfordert einen weiteren Anstieg des Produktionsniveaus. Man muss sich nur hineindenken, was das für den Boden und die Umwelt für eine Belastung mit sich bringt. Der Erfolg der ungarischen Landwirtschaft hängt davon ab, ob sie sich den veränderten Bedingungen anpassen kann und ob sie die neuen Herausforderungen bewältigen kann. Dazu sind die Digitalisierung in der Landwirtschaft, die modernsten IT-Verfahren und die Einführung der Präzisionslandwirtschaft in breitestem Rahmen unerlässlich. Die computergesteuerten landwirtschaftlichen Maschinen können die landwirtschaftlichen Erzeuger dabei unterstützen, den Wettbewerb mit den entwickelten Landwirtschaftsbetrieben aufzunehmen und so wirtschaftlich wie möglich, in besserer und zuverlässigerer Qualität zur produzieren. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die ungarische Landwirtschaft an einer neuen Epoche angekommen ist.

 

Győrffy Balázs

Vorsitzender der Ungarischen Landwirtschaftskammer, Mitglied des Parlaments

 

 

Vorsitzender der Ungarischen Landwirtschaftskammer, Mitglied des Parlaments

Geboren 1979 in Pápa. Sein Hochschulstudium absolvierte er an der Wissenschaftlichen Universität Pécs, an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Staats- und Rechtswissenschaften. Bis Herbst 2006 war er Mitarbeiter der Außenstelle Veszprém des Amtes für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. In den Jahren 2006-2014 war er Bürgermeister seines Geburtsortes Nemesgörzsöny. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Verbandes der Landwirtgruppen Komitat Veszprém, in den Jahren 2009-2017 ist er stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Ungarischer Landwirtgruppen und Landwirtgenossenschaften. Bei den Parlamentswahlen 2010 und auch 2014 erhielt er ein Parlamentsmandat. Ab 2013 ist er Vorsitzender der Ungarischen Landwirtschaftskammer.

Er ist aktiver Landwirt, in seinem landwirtschaftlichen Familienunternehmen beschäftigt er sich mit Pflanzenanbau. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. 

 

Thema des Vortrags

Die Ungarische Landwirtschaftskammer [Nemzeti Agrárgazdasági Kamara (NAK)] versieht ab dem 1. Oktober 2014 die Aufgaben des Ungarischen Beratungszentrums. Die Landwirtschaftskammer [NAK] genehmigt die Beratungsleistungen und wertet sie aus, führt das Namensverzeichnis der Fachberater, organisiert die obligatorischen und unterstützten Weiterbildungen der Fachberater, die für die fachlichen Beratungen erforderlich sind. Des Weiteren versieht sie die Aufgaben des Sekretariats des Ungarischen Agrarberatungsausschusses [Nemzeti Agrár-tanácsadási Bizottság (NATaB)]. Außerdem wurden am 1. Februar 2018 durch die Gründung einer eigens dafür vorgesehenen GmbH die Beratungsdienstleistungen der Landwirtschaftskammer [NAK] ins Leben gerufen, durch die die Landwirtschaftskammer [NAK] mit Hilfe eines Netzes von ca. 70 Fachberatern nun auch direkt auch an der Beratungstätigkeit in der Praxis teilnimmt. Bei dem Vortrag erhalten die Anwesenden Informationen über die Erfahrungen bei den angegebenen Koordinierungstätigkeiten und können auch etwas über die zukünftigen Entwicklungsrichtungen in der Landwirtschaftskammer [NAK] erfahren.

 

Prof. Dr. Neményi Miklós

MSc: Mech. Eng.,  PhD, DSc: Agr. Engineering

 

 

Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften [MTA] seit 1994. Er erhielt die Ernennung zum Universitätsdozenten 1987, er wird mit der Leitung des Technischen und Umwelttechnischen Lehrstuhls beauftragt. 1987 verbringt er einen Monat und 1988 ein Semester als Gastdozent bzw. Forscher an der Universität Stuttgart-Hohenheim. Er ist 1991 ein Jahr lang und 1992 ein halbes Jahr lang Gastprofessor an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Lehrgebiet: Strömungslehre (Mechanik der Flüssigkeiten), Rheologie und Umweltsimulationstechnik. 1996 verbringt er ein Semester als Gastprofessor an der Technischen Universität München, Fakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften, in Freising. 1997 hält er einen Vortrag an der Yale Universität (USA, CT) auf einem internationalen Seminar. Er erhält das Széchenyi-Professorenstipendium und erhält den Auftrag, das Agrartechnische Institut aufzubauen und in diesem die Aufgaben des Direktors zu übernehmen.  1996-2000: Vorsitzender des Professorenrates der Pannonischen Universität für Agrarwissenschaften (PATE). Ab Oktober 2000 ist er Vorsitzender des Habilitationsausschusses der Westungarischen Universität bzw. des Doktorenrates der Fakultät in Mosonmagyaróvár. Er war in den Jahren 2006 bis 2010 Vizepräsident der European Society of Agricultural Engineers (EurAgEng, Europäische Gesellschaft der Agrartechniker). Er ist mehr als 10 Jahre Mitvorsitzender des Seminars Verschmutzung und Wasserressourcen der Columbia Universität. Er ist 14 Jahre Mitglied des Redaktionsausschusses der wissenschaftlichen Zeitschrift „Biosystems Engineering“ (als Einziger aus Mitteleuropa). Er ist Gastdozent an der Technischen Universität Wien.   

Er ist Leiter der PhD-Unterprogramme „Energieeffiziente und qualitätserhaltende Trocknung, Lagerung und Verarbeitung biologischer Stoffe“ und „Technische Voraussetzungen für den erzeugungsortspezifischen Präzisionspflanzenanbau“. Er ist Gründer des Rotary Clubs in Mosonmagyaróvár. Unter seiner Leitung verteidigten mehr als 20 Doktoranden erfolgreich ihr Thema.

Széchenyi István Universität, Fakultät für Landwirtschaft und Lebensmittelwissenschaft, Abteilung für Biosysteme und Lebensmitteltechnik, Mosonmagyaróvár

 

Thema des Vortrags

Kann es im Zeitalter der künstlichen Intelligenz eine nachhaltige Landwirtschaft geben?
Herausforderungen der Ausbildungs- und Beratungstätigkeit

Bei der Analyse des in der Landwirtschaft stattfindenden intensiven Digitalisierungsprozesses darf nicht außer Acht gelassen werden, dass viele unbemannte Systeme, deren Einführung in weniger als einem Jahrzehnt zu erwarten ist, zu einem Verlust vieler jetziger Arbeitsplätze führen werden. Es gibt zwar neue, aber ihre Zahl wird im Vergleich zum aktuellen Stand sehr gering sein. Die meisten heutigen Teenager werden an Arbeitsplätzen arbeiten, die es heute noch nicht einmal gibt, deren Bezeichnung wir nicht einmal kennen. Gleichzeitig entwickeln sich die Bedingungen, die für den Aufbau einer unbemannten Pflanzenproduktion benötigt werden, immer weiter. Wie können wir uns auf diese Herausforderung vorbereiten? Für die Landwirte ist es so wichtig wie nie zuvor, an den Weiterbildungen teilzunehmen. Es ist sehr wichtig zu erkennen, dass außer den Kenntnissen in der Informationstechnologie auch die Biologiekenntnisse vertieft werden müssen. 

Die digitale Landwirtschaft ermöglicht, dass bei einem Anstieg der Produktionsintensität auch die Nachhaltigkeit erhalten bleibt. Früher waren die Intensitätserhöhung und die Nachhaltigkeit gegensätzliche Konzepte.

Der Entscheidungsfindungsprozess besteht aus sieben Schritten: 1) Identifizierung des Problems oder der Möglichkeit, 2) Identifizierung der alternativen Lösung, 3) Sammeln aller Daten und Informationen, 4) für die Entscheidungsfindung Analyse der Alternativen, 5) Umsetzung der Entscheidung, 6) Verfolgen des Ergebnisses der Entscheidung, 7) Verantwortung übernehmen für die Entscheidung. Die grundlegende Frage ist, welche Aufgaben können wir bei dem Entscheidungsfindungsprozess übernehmen und welche überlassen wir der künstlichen Intelligenz.